Evangelische Stiftskirche Stuttgart

Mitten im Leben

Citykirchenarbeit

Die Verbreitung der christlichen Botschaft ging vor 2000 Jahren den Weg von den ländlichen Ufern des Sees Genezareth vor allem über die Städte. Paulus suchte bewusst die Städte auf, die Synagogen und die öffentlichen Plätze, um von Jesus zu berichten. So konnte das Christentum schnell in vielen Städten des römischen Reiches Fuß fassen, die Briefe des Paulus erzählen uns davon.

Heute haben gerade Innenstädte großer Ballungsräume ganz eigene Merkmale, die auch eine besondere Form kirchlicher Arbeit erfordern. Hier hat sich in den letzten Jahrzehnten auch in Deutschland eine eigene Form kirchlicher Arbeit entwickelt, die Citykirchenarbeit. In Deutschland entwickelte sie sich von Norden nach Süden; der Ursprung war die Beschäftigung mit den Hansestädten und ihren markanten roten Backsteinkirchen. Von dort machte sich die Citykirchenarbeit auf den Weg nach Süden.

Ein ganz wichtiger Grundsatz für Citykirchenarbeit kommt ausgerechnet aus der schmerzlichen Exilserfahrung Israels im Alten Testament: Jeremia 29, 4-7: So spricht der Herr Zebaoth, der Gott Israels, zu den Weggeführten, die ich von Israel nach Babel habe wegführen lassen: Suchet der Stadt Bestes, dahin ich euch habe wegführen lassen und betet für sie zum Herrn, denn wenn’s ihr wohl geht, so geht’s auch euch wohl.“

Gottes Aufforderung „Suchet der Stadt Bestes und betet für sie!“ gilt ausgerechnet Babylon. Gott lässt Babylon nicht fallen, Gott sieht auch Babylon als Stadt, die noch Hoffnung hat und die er zur Umkehr aufruft. Deshalb ruft er die Israeliten im Exil in die Verantwortung. Das macht Mut zum Realismus. Das öffnet die Augen auch für die dunklen Seiten und Orte unserer Städte. Gott will ihr Bestes!

Essentiell dabei: das Gebet. Es ist nicht die einzige Form von Citykirchenarbeit, aber ohne das Gebet ist Citykirchenarbeit nichts. Das Gebet ist nicht die letzte Option, wenn alles andere nicht mehr hilft, sondern immer die erste. Deshalb ist es für das Beste der Stadt wichtig, regelmäßig innezuhalten und sich zu besinnen, im Gottesdienst, im Gebet, in der Stille. Und deshalb braucht es solche Orte wie unsere Innenstadtkirchen.

Citykirchenarbeit geschieht in den Kirchen und im öffentlichen Raum um die Kirchen herum. Wenn wir für unsere Stadt beten, dann deshalb, um uns zu vergewissern und es anderen zuzusagen, dass wir nicht alles in der Hand haben und nicht alles in der Hand haben müssen, sondern aus der Gnade und dem Segen Gottes leben.

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