Evangelische Stiftskirche Stuttgart

Mitten im Leben

Auf ein Wort: Kolumne des Stiftspfarrers

Hier schreibt der Stiftspfarrer über aktuelle Themen & Gedanken.

Für Kinder und Erwachsene ist Pfingsten im Gegensatz zu Weihnachten und Ostern in der Regel das Fest ohne Geschenke und ohne Festessen. Für mich ist Pfingsten trotzdem ein Höhepunkt des Jahres: Pfingsten, 50 Tage nach Ostern ist einfach ein Geschenk Gottes an uns. Die spürbare Nähe Gottes soll im Heiligen Geist erfahren werden. 

Wie kann man sich das vorstellen? Man kann es sich ganz einfach mit einer Körperübung vorstellen.

Der Geist Gottes erfüllt Menschen mit seiner Kraft. Unerwartet hebt sich der Kopf und wir finden zum aufrechten Gang. Geisterfüllt leben heißt aufrecht leben und allem im Leben auf Augenhöhe begegnen. 

Nach der Pandemie, die an Leib und Seele gezehrt und erschöpft hat, mit nötiger, aber unnatürlicher Distanz, darf uns die Kraft des Geistes von Pfingsten ergreifen. Sinnbildlich in der Stiftskirche ist das mit der Feier des ‚Tags der weltweiten Kirche‘ am Pfingstmontag, der nach zwei Jahren ohne diese so wichtige Begegnung der Gemeinden, nun wieder möglich ist. 

Der Geist von Pfingsten tröstet und stärkt Leib und Seele, er steht für das Ende der Furcht und einen mutigen Aufbruch wie damals in Jerusalem: Fenster und Türen öffnen sich, die Freunde Jesu stehen auf und gehen erhobenen Hauptes auf die Straßen. Sie spüren, wie Gottes Kraft sie erfüllt, neuen Lebensmut schenkt und aufbrechen lässt. 

Ich wünsche Ihnen eine gesegnete Pfingstzeit und viele Begegnungen auf Augenhöhe.

Ein einziger Sonntag, der Ostertag war zu kurz, um das Wunder der Auferstehung zu feiern. Und weil es eigentlich so unglaublich war, brauchte das auch seine Zeit; zunächst war es ein Erkennen mit Furcht und Zittern. Doch bald schon wurde jeder Sonntag zum kleinen Osterfest und so ist es bis heute. Ostern ereignet sich an jedem Sonntag neu. An jedem Sonntag feiern wir den Sieg des Lebens über die Mächte des Todes. An jedem Sonntag feiern wir den Sieg des Lebens über alle Niederlagen des Alltags. Jeder Sonntag darf uns die Kraft geben, die wir für das Leben brauchen.

In diesem Jahr wird in der Stiftskirche in der Osterzeit ein Bild von Margrete Klein zu sehen sein: Ein Bild des Osterlichtes, das sich Bahn bricht.

Dazu ein Gedicht unserer Kirchengemeinderätin Heidi Heinemann:

Die Verbreitung der christlichen Botschaft ging vor 2000 Jahren den Weg von den ländlichen Ufern des Sees Genezareth vor allem über die Städte. Paulus suchte bewusst die Städte auf, die Synagogen und die öffentlichen Plätze, um von Jesus zu berichten. So konnte das Christentum schnell in vielen Städten des römischen Reiches Fuß fassen, die Briefe des Paulus erzählen uns davon.

Weihnachten ist nicht nur etwas für einige wenige Festtage. Das Geschehen von Weihnachten will uns zeigen, wie das Licht der Krippe in unseren Alltag hineinreicht.

Für mich unübertroffen bringt dies der dritte Teil des Weihnachtsoratoriums von Johann Sebastian Bach zum Ausdruck. Es ist die Kantate am dritten Feiertag, die den Übergang vom Festtag in den Alltag markiert. 

Das Parament, das die Farbe des Kirchenjahres anzeigt, ist jetzt violett, auch unser aus Holz gestaltetes Parament an der Kanzel.

Der Herbst ist für mich die intensivste und tiefsinnigste Zeit des Jahres. Es ist das Nebeneinander von Sein und Vergehen. Es ist zum einen ein ‚finale furioso‘ und zugleich ein Abnehmen und Fallen an vielen Stellen.

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