Evangelische Stiftskirche Stuttgart

Mitten im Leben

Beten und Fasten … auch außerhalb der Fastenzeit

Die traditionelle christliche Fastenzeit vor Ostern ist gerade zu Ende gegangen – warum also noch fasten?

Weil das Fasten ein Schatz ist, der viele Facetten hat – nicht nur den bewussten Verzicht auf lieb gewordene Gewohnheiten oder Genussmittel zur Passionszeit. Das biblische Fasten ist ein geistlicher Schatz, der jederzeit gehoben werden kann. Es ist, wie es uns die Bibel zeigt, immer mit Gebet und der Suche nach Gottes Führung und Willen verbunden.
Beim biblischen Fasten verzichten Menschen bewusst auf Nahrung und fokussieren sich auf ihre Beziehung zu Gott. Und wenn das geschieht, dann können Menschen etwas von dem erspüren, was Petrus auf dem Berg der Verklärung erlebt hat: die Herrlichkeit Gottes wird zum Greifen nahe sein.
Neben den Auswirkungen auf das persönliche Leben und die persönliche Gottesbeziehung der fastenden Menschen berichtet uns die Bibel schon im Alten Testament von spektakulären Wundern mit durchaus auch politischer Tragweite im Zusammenhang mit Gebet und Fasten.
So lesen wir über König Joschafat, dass er sich ganz darauf richtete, den HERRN zu suchen, und im Land ein Fasten ausrufen ließ, als er sich einer nach menschlichem Ermessen unbezwingbaren Übermacht an Feinden gegenübersah (2. Chr. 20). Daraufhin schloss sich ihm das ganze Volk Juda an. Was anschließend geschah, kann man nur ein Wunder nennen, denn Gott selbst besiegte die Feinde Judas. Auch Königin Ester ließ ein Fasten ausrufen, als ihrem jüdischen Volk der Genozid drohte und sie selbst ihr Leben riskierte, um die drohende Gefahr abzuwenden. Und auch dieses Fasten ließ Gott nicht unbeantwortet.
Gebet und Fasten setzen zwar keinen Automatismus in Gang und es treten auch nicht immer Wunder in dieser Größenordnung ein, aber Gott lässt kein ernsthaftes Gebet und Fasten unbeantwortet, denn „des Gerechten Gebet vermag viel, wenn es ernstlich ist“ (Jak. 5, 16).
Und deshalb können wir uns das Gottvertrauen von Joschafat und Ester auch in diesen Tagen zum Beispiel nehmen, wenn wir uns menschlich völlig machtlos dem Krieg und dem Elend in der Ukraine gegenübersehen. Lassen sie uns als Christen, gerade jetzt in dieser scheinbar ausweglosen Lage, erwartungsvoll auch für den Frieden und die Menschen in der Ukraine beten und fasten.

Gemeindebrief

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